Infokampagne 2025

Medizinische Hilfe darf nicht an Grenzen enden!

BULGARIEN – VARNA

Medikamente oder Brot

Viele ältere Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind, haben in Bulgarien eine vorübergehende Unterkunft gefunden. Doch statt Sicherheit finden sie Isolation und das tägliche Überleben wird zur Herausforderung. Chronische Krankheiten wie Parkinson oder Herzprobleme gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die viele dieser Menschen mitbringen. Doch der Zugang zu dringend benötigten Medikamenten und ärztlicher Versorgung ist begrenzt. Medikamente kosten mehr als die monatliche Rente, und ein Arztbesuch erfordert oft stundenlange Busfahrten. In einer Situation, in der jede Entscheidung zwischen „Medikamenten oder Nahrung“ fällt, ist die gesundheitliche Versorgung der Geflüchteten kaum gewährleistet.

Obwohl die EU Grundsätze zur Gesundheitsversorgung von Geflüchteten festgelegt hat, wird der Zugang in vielen Ländern nicht gewährleistet. In Bulgarien sind Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Krisengebieten in einem kafkaesken System gefangen, das sie nicht ausreichend schützt. Die fehlende Integration und Unterstützung führen zu unnötigem Leid. Diese Missstände sind nicht nur ein Problem auf nationaler Ebene, sondern auch ein Versagen der europäischen Solidarität.

GRIECHENLAND – ATHEN & KOS

Versorgungslücken und medizinische Notfälle

Viele unserer Patient:innen in Griechenland leiden nicht nur unter den physischen, sondern auch unter den psychischen Folgen ihrer Flucht. A., ein Patient aus Gaza, wurde aufgrund seiner Schizophrenie aus Deutschland nach Griechenland abgeschoben – ohne Zugang zu seinen lebensnotwendigen Medikamenten. Ohne Versicherung blieb ihm nur der Weg in die Notaufnahme, wo ihm nur halbherzig geholfen wurde. Auch andere, wie das Mädchen mit Tracheostoma, erfahren das gleiche Schicksal: medizinische Notfälle, die in den Lagern nicht ausreichend behandelt werden.

Griechenland fungiert als einer der Hauptankunftspunkt für Flüchtende, die über die Mittelmeerroute nach Europa kommen. Doch die medizinische Versorgung ist im Land massiv unterfinanziert und überlastet. Das Asylsystem ist überfordert, und die EU tut zu wenig, um den betroffenen Ländern echte Unterstützung zu leisten. Dies führt zu jahrelangem Leid und ist eine direkte Folge der europäischen Flüchtlingspolitik, die den Fokus auf Grenzsicherung und nicht auf den Schutz von Menschenleben legt.

HYGIENE & GESUNDHEIT

Wenn Krätze zur Qual wird

Zugang zu Sanitäranlagen wie Duschen und Waschmaschinen sind in vielen Camps der europäischen Außengrenzen ein Luxus. Besonders in den überfüllten Lagern an den Grenzen Bosniens, Bulgarines und Griechenlands ist der Zugang zu sauberem Wasser und hygienischen Einrichtungen begrenzt. Dies führt zu einem dramatischen Anstieg von vermeidbaren Krankheiten wie Krätze. Eine einfache Hautinfektion, die bei ausreichender Hygiene schnell geheilt werden könnte, breitet sich unter den erschwerten Bedingungen in den Camps rasant aus. Ohne Zugang zu Wasser und Hygieneartikeln wird Krätze zu einer ständigen, qualvollen Begleiterin.

Diese katastrophalen Zustände sind das direkte Resultat einer EU-Migrationspolitik, die auf Abschottung und Kontrolle setzt, statt auf Unterstützung und Solidarität. Lager wie das in Vienna Rampa in Bulgarien oder das CCAC auf Kos zeigen, wie europäische Länder wie Griechenland mit Geflüchteten umgehen: Mit einer Politik des Ausgrenzens und der Verleugnung ihrer grundlegenden Rechte. Gesundheit wird systematisch unterminiert, während die EU immer wieder versagt, die Verantwortung für die sichere und menschenwürdige Aufnahme von Migrant:innen zu übernehmen.

WECARE – PSYCHISCHE GESUNDHEIT

Ein Kampf um Hoffnung

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) betreffen viele Menschen auf der Flucht. Sie entstehen durch die grausamen Erlebnisse im Herkunftsland, auf der Flucht selbst oder in den Aufnahmeländern, in denen viele Menschen in einem ständigen Zustand von Ablehnung und Entmenschlichung leben. Besonders in den europäischen Staaten, die an den Außengrenzen liegen, finden viele Geflüchtete keinen Zugang zu psychotherapeutischer Betreuung. Anstatt Hilfe und Hoffnung zu erhalten, erleben sie das Gegenteil: Ausgrenzung, Gewalt und ein Mangel an Rückhalt.

Rund 85% der über 3 Millionen in Deutschland lebenden Geflüchteten haben traumatische Erlebnisse gemacht, ca. 30% leiden unter depressiven Erkrankungen oder PTBS. Obwohl es in Deutschland zahlreiche Anlaufstellen für psychosoziale Beratungen gibt, sind diese häufig mit langen Wartezeiten und zusätzlich für Menschen mit Flucht,- und Migrationshintergrund mit hohen Hürden und Sprachbarrierren verbunden.

Diese Kampagne wird gefördert durch

Solidarität endet nicht an Grenzen.

Jede dieser Geschichten steht für viele weitere.
Unterstütze uns bei der Arbeit für Menschen in Not.

DONATE NOW
close slider